Gedenkbuch Wolfgang Borchert
Schriftsteller
20.05.1921 - 20.11.1947
Lebensweisheit!
Lieber Wolfgang Borchert
wenn ich eines gelernt habe in meinem Leben, dann ist es das, was man unter "Erfahrungen sammeln" versteht!
Als damls 16 jährige musste ich Dein Leben und Deine Erzählungen in meiner Deutschprüfung als Referat schreiben und verbal verdeutlichen.
Ich kann dir sagen, ich habe es gehasst! Ich habe das alles nicht verstanden und das, obwohl ich zeitgleich in Geschichte das komplette Ausmaß des "Naziregimes" in allen Facetten kennenlernte. Sei es durch Filme, Augenzeugenberichte, Bücher Bilder oder sonstige Quellen, welche die Lehrer auftaten, um uns zu zeigen, wie es nicht mehr sein sollte.
Ich habe es vielleicht verstanden, aber nicht verstehen wollen. Es war mir zuviel Zwang, und ich wehrte mich innerlich dagegen.
Heute sitze ich da und schreibe Dir - Warum? Weil mein Sohn jetzt ebenfalls in der gleichen Situation ist wie ich vor 30 Jahren. Und das was mein Verstand heute im Alter zu mir sagt, etwas ganz anderes ist als das, was er damals gesagt hat.
Ich mag Deine Texte, und ich kann mich voll und ganz darauf einlassen. Ich habe das Verständnis bekommen, was ich damals schon hätte haben sollen. Und was sehe ich bei meinem Sohn? Das gleiche Unverständnis und die gleichen Reaktionen, wie ich Sie damals erlebt habe. Aufgrund dessen habe ich angefangen, mich wieder mit Dir auseinanderzusetzen und dies langsam an meinen Sohn weiterzugeben. Ich kann nur hoffen, dass er in dreissig Jahren die gleiche Altersweisheit hat, wie ich sie inzwischen habe. Ich bin dankbar, dass es solche Menschen wie Dich gab, die es fertigbrachten, das Erlebte und Gefühlte in Worte zu fassen und zu schreiben. Ich hätte Dir gerne ein längeres Leben gewünscht, denn heute frage ich mich manchmal, wie Du die Welt von heute in Worte fassen würdest?
Auf jeden Fall sei Dir eines gesagt: "Heute, nach dreißig Jahren, bin ich dankbar, Dich nochmals kennengelernt zu haben!"
Kirsten
Trauer
Als ich gestern mal wieder sehr traurig war, schlug ich das Gesamtwerk Borcherts auf und ich erschrak, wie sehr ich mich damit identifizieren konnte!
Er, jahrelang im Krieg , und ich in einer fast normalen Umgebung aufgewachsen! Damit will ich nicht sagen, dass sein Leid kleiner oder genauso groß war wie meines es jetzt ist. Wolfgang Borcherts Werk ist eine wunderbare Lektüre, wenn man selbst pessimistisch und resigniert ist.
Wir spüren nur einen Lebenssinn, weil wir Menschen sind, wir können nichts anderes als Zufriedenheit wollen. Was machen wir nur, wenn wir unglücklich sind.
Wir sollten alles tun, um uns und andere gut und zufrieden zu machen!
Danke Wolfgang Borchert, dass Sie für mich und viele andere Menchen so tröstende Worte fanden! Wie hart das Schicksal es meinte, als Sie in diesen so sinnlosen Krieg geschickt wurden.
Ruhen Sie in Frieden!
Marlene
Zur Erinnerung an Wolfgang Borchert!
Wolfgang Borchert war ein großartiger Schriftsteller und ein wertvoller Mensch!
Er war gegen den Krieg und beschreibt diesen auch in seinen Kurzgeschichten! Leider starb er schon im frühen Alter und kam auch öfters wegen seiner Ansichten in`s Gefängnis! Aber er ist ist ein großes Vorbildfür uns alle!
Danke, Wolfgang Borchert, ruhen Sie in Frieden!
Jule
Zum 20. November
Lieber Wolfgang,
vor 64. Jahren hast Du uns verlassen, scheinbar, so wenigstens denken alle jene, die zu kurzsichtig sind, um zu erfassen, dass das Leben ewig ist, und dass es Menschen gibt, die nie sterben. Das hängt tief mit der Sprache zusammen, mit dem ewigen Wort, das du so meisterhaft in unsere alltägliche Umgangssprache zu übersetzen wusstest. Und dafür danken wir Dir, heute und immer!
Deine Worte wirken nach, als Mahnung gegen den Krieg, als Verheissung des Friedens. Hab´ vielen lieben Dank für das alles. Trag Sorge zu uns, zu unserer Sprache, zu unserem Leben, zu unserer Welt.
Und schenke auch uns von Ddeinem Frieden!
Leo
Respekt!
Respekt für einen Mann, der in einer schrecklichen Zeit nur friedlich sein Leben leben wollte! Respekt für einen Mann, der sterbend den Rhein nicht sehen wollte, weil er vorher seine Elbe nicht sehen konnte.
Respekt für einen lebensleidenden Schriftsteller, der mir allerdings 1975 mein Abi fast "geschrottet" hat, weil ich mit seinem traurigem Werk ,als junger Kerl, nichts anfangen konnte.
Wolfgang Borchert, ruhen Sie in Frieden!
Carl -Georg Otto
Dann gibt es nur eins !
Hallo Wolfgang,
Dein Manifest "Dann gibt es nur eins!" ist nach wie vor die literarische Antwort auf Kriege schlechthin.
Aktueller kann ein so morbid-ästhetischer Text nicht sein - und auch nicht besser, nicht besser, nicht anschaulicher und nachvollziehbarer.
Was halten unsere Bundesverteidigungsminister von dem Werk?
Ich stand mal zufällig an Deinem Grab und hatte leider keine Hundeblume dabei, aber ich hätte sehr gerne, nein ich habe Dich geehrt.
An die Stadt Hamburg,
bitte erhaltet das Grab eines ganz außerordentlichen Schriftstellers Eurer Herkunft. Der hat es wirklich verdient.
Carsten Seichter
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