"Becher der Freude!"
Wunderbare Schauspieler müssen nicht zwangsläufig "gute und kluge Menschen" sein. Oft treibt sie ein Defizit in ihren Beruf. Sie werden "wunderbare" Schauspieler - aber blickt - ein, sich ihnen Nähernder - hinter die Profession, wird Verletzung, früh verkümmertes Selbstwertgefühl und letztlich der "Egomane" sichtbar, den der dann erheblich Erstaunte nicht zu seinen Freunden zählen möchte. Dies ist nun mal so und liegt in der Natur der Sache.
Dies alles war bei Eberhard Feik anders. Er war nicht nur der wirklich wunderbare Gaukler, den die Zuschauer lieben, es gab nach unserem Kennenlernen, kaum ein Stück, bei dessen Lektüre ich nicht an die Besetzung Eberhards dachte! Er war mehr!
Wir haben eine Zeit miteinander verbracht. Haben gemeinsam Theater gespielt, Regie geführt, Reisen zu Götz George nach Sardinien unternommen und mal einen "Tatort" und "Mann am Zug" gemacht. Wir haben beisammen gesessen, uns was um die Ohren gehauen und uns in den Arm genommen. Von Eberhard umarmt zu werden, war warm und weich und herzlich.
Ich jedenfalls denke oft an ihn. Es war für mich Freude, ihm näher gekommen sein zu dürfen.
Unsere Affinität zu Köln (ich als Geborener - er als "Imitierter") verband uns zusätzlich. Wir hatten da so einen Spruch, der dem "Kölner Karneval" und seinem Sitzungsprozedere entnommen war: "Lieber Eberhard, den Orden der Gesellschaft hast Du schon, nimm nun einen Schluck aus dem Becher der Freude"!
In bester Erinnerung,
Helmut Stauss
Dein Helmut
